Name | Schöftland [1][2] | ||||||||
Mundart | Schöftle [2] | ||||||||
Phonetik |
šö᪷́f̄tlə [2]
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Sprachatlas der deutschen Schweiz
Eigenbezeichnung:
šö᪷f̄tlə, šö᪷́f̄tlər [Kommentar]
Fremdbezeichnung:
šö́f̄tlə, šȫ᪷́f̄tlə
(Schmiedrued)
šö᪷́f̄tlə
(Muhen)
[...] (alles anzeigen)
šö́f̄tlə, šȫ᪷́f̄tlə
(Schmiedrued)
šö᪷́f̄tlə
(Muhen)
šö᪷́f̄tlə
(Gränichen)
šö᪷́f̄tlə
(Safenwil)
šö᪷́f̄tlə, šö́f̄tlə
(Reitnau)
šö́f̄tlə
(Kirchleerau)
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Ortstypen | Siedlung [3] Ort [1] | ||||||||
Gemeinde | Schöftland [3] | ||||||||
Bezirk | Kulm [3] | ||||||||
Kanton | Aargau [3] | ||||||||
Deutung | Alemannischer -wang-Name. GF (als «echte» Zusammensetzung2) ahd. *sceftil-wanc 'Abhang mit Schachtelhalm (bewachsen)', mhd. (mit abgeschwächtem mittelsilbigem -i- und Schwund des anlautenden w- im GW) [...] (weiterlesen)Alemannischer -wang-Name. GF (als «echte» Zusammensetzung2) ahd. *sceftil-wanc 'Abhang mit Schachtelhalm (bewachsen)', mhd. (mit abgeschwächtem mittelsilbigem -i- und Schwund des anlautenden w- im GW) Scheftel-anc, bzw. (mit Synkope des Suffix-e im BW) Scheftl-anc, bzw. (mit wieder abklingender Auslautverhärtung im GW) Scheftl-ang.BW ist der mit dem femininen Suffix ahd. -ala, -ila, -ula, -ilja, schwzdt. -(e)le3 zu ahd. scaft 'Speer', mhd. schaft 'Schaft (am Speer), Speer, Lanze, Stange(nähnliches), Pflanzenschaft, -Stengel', nhd. Schaft stm. weitergebildete Pflanzenname ahd. *scaft-il, (umgelautet) *sceft-il 'Schachtelhalm', dessen Stamm sich zeigt in mhd. schaft-halm und in schwzdt. Schaftelen 4 f. 'Schachtelhalm', vielleicht einer KF zu Zusammensetzungen wie «Schaftgras, -halm». Dieses BW steht dem GW unflektiert und tontragend voran. GW ist das Appellativ ahd. wang (mit Auslautverhärtung wanch, wanc) stm. 'Abhang, gekrümmte Fläche (cf. ahd. wanga swn., mhd. wange swstn. 'Wange, Gesichtsseite, Antlitz'), Feld, Wiese, Weide', das in unserer Gegend appellativisch schon früh geschwunden ist, während es etwa im Wallis noch in der Bedeutung 'Weidehang, begraster Abhang' weiterlebt.5 Die Tatsachen, dass das anlautende w- in wang z. T. schon in ahd. Zeit weggefallen6 und dieses Appellativ (demzufolge?) schon zeitig nicht mehr verstanden worden ist7, führten dazu, dass viele -wang-Namen in mhd. Zeit umgedeutet wurden, indem deren GW jeweils an (noch) verständliche GW der Typen -au, -schwanden, -land, -ingen, -hang, -fang etc. angelehnt wurden. (weniger anzeigen) [2] | ||||||||
Quellen
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um 1212: Schofftellang (K. Speidel, Beim deutschen Reich, Kartenbeilage von R.Bosch ohne Quellenangabe)
1220 Or K Dv 13. Jh: in Staphelbach et duas in Scheftelang (UBSO 1 Nr. 306)
[...] (weiterlesen)
um 1212: Schofftellang (K. Speidel, Beim deutschen Reich, Kartenbeilage von R.Bosch ohne Quellenangabe)
1220 Or K Dv 13. Jh: in Staphelbach et duas in Scheftelang (UBSO 1 Nr. 306)
1220 Or K 15 ./18. Jh: scopatas in Staphelbach et duas in Schoftelanc (UBSO 1 Nr. 306)
1241: domum ... dictam de Scheftlanch (UBBS 1 Nr. 154)
1254: Henricus de Schoflach (ZUB 12 Nr. 902 a)
1266: Wal. de Schopflanc (AGUrk 10 StiA Zofingen Nr. 7)
1268: iudex de Sheftelanc (UBSO 2 Nr. 263)
1268: autem in villa Sheftelanch (UBSO 2 Nr. 263)
1274: Waltherus dictus de Sheftelon (UBBS 2 Nr. 135)
1281: Heinricus von Scheftenlon (Habsb Urb QSG 15.1 S. 123)
1281 Var Ed: Scheftenlen (Habsb Urb QSG 15.1 S. 123)
1286: rector ecclesie in Scheftlan (ZUB 5 Nr. 1956)
1288: plebano in Schoͤptela (FRB 3 Nr. 453)
1289: rector ecclesie in Scheftilang (UBBL 1; II 1; II 2 1 Nr. 171)
1292 glzt Eintr: locavimus Walthero de Scheftlon (UBBS 3 Nr. 70)
1303-1308: ze Scheftlank hat duͥ heirschaft (Habsb Urb QSG 14 S. 161)
1306: residentes in Scheftlankt (Habsb Urb QSG 15.1 S. 283 f.)
1306 Var: residentes in Staffelbach et in Scheflach (Habsb Urb QSG 15.1 S. 283 f.)
1307 Var: kilchherre von Schoeftlang (AGUrk 7 Brugg Nr. 2)
1307: de luippriester ze Schoeflang (AGUrk 7 Brugg Nr. 2)
1309 K 14. Jh: von Scheftlang, von Zuge (ZUB 12 Nr. 2967 a)
1361 Var: 1 schuͦpos, lît ze Scheftlen (Habsb Urb QSG 15.1 S. 534)
1390: item Scheftlen 6 guldin (Habsb Urb QSG 15.1 S. 735)
1539 Var: grichts zuͦ Schoͤfftlen (RQ AG II 1 Nr. 308 S. 708 ff.)
1539: so er zuͦ Schoͤfftlan hat (RQ AG II 1 Nr. 308 S. 708 ff.)
(weniger anzeigen) [2]
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Kommentar | Die Gemeinde Schöftland liegt an der Ausmündung des Ruedertales in das Suhrental, an einem flachen Abhang über der früher sumpfigen Ebene der Suhre. Diese Lage macht [...] (weiterlesen)Die Gemeinde Schöftland liegt an der Ausmündung des Ruedertales in das Suhrental, an einem flachen Abhang über der früher sumpfigen Ebene der Suhre. Diese Lage macht die Deutung des ON, die schon von P. Oettli vermutet wurde, zumindest wahrscheinlich: «Sumpfigen Boden im Gehölz liebt der Chatzeschwanz, Schriftdeutsch Schachtelhalm oder Schaftelhalm. Er heisst so, weil man damit von alters her Gefässe 'schabt', vergleiche englisch shave, d. h. scheuert. Sein schweizerischer Name Schaftelen kommt als Ortsname vor und wird auch in Schöftland vermutet.»8 Ein Schaftelenmoos findet sich auch in der Gd. Flüehli LU.9Im Namenbild fallen die relativ zahlreichen Belege mit -o- und -oe- im BW auf. Ich verstehe sie als Reflex der mundartlichen Vokalrundung von -e- > -ö-. Man vergleiche mda. trösche10 für 'dreschen' (< vorgerm. *tresk- 'lärmend stampfen'). Die Belegformen zeigen einmal mehr, dass das GW -wang im 13. Jh. verblasste, zu -on, -en, -an, -a verkürzt wurde, um in späterer Zeit, begünstigt durch das Schluss-l des BW, an das (bekanntere) GW -land angelehnt zu werden. Der Einwohner wird jedoch nicht als Schöftländer bezeichnet, sondern heisst 'šö̜́f̅tlər'. Ein Zinsrodel nennt eine abgegangene Örtlichkeit *Husen bei Schöftland (FlN Husertwing ?): 1295 Or so het er ze Husen bi Scheftlanch ein eigen ZR Ulr. v. Rinach QW II 3 S. 353 (weniger anzeigen) [2] | ||||||||
Höchster Punkt | 515 m. ü. M. [1] | ||||||||
Tiefster Punkt | 447 m. ü. M. [1] | ||||||||
Fläche | 1.272 km² [1] | ||||||||
Datensatz | 13000182 | ||||||||
Datenherkunft | ortsnamen.ch vereint Ortsnamen, Siedlungsnamen und Flurnamen von verschiedenen Schweizer Ortsnamenprojekten und weiteren relevanten Quellen in einer zentralen Datenbank, verknüpft diese Daten und bereitet sie für die Online-Publikation auf (Details).
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